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Der
Aberglaube ist die Poesie des Lebens (Goethe) und der Ursprung des Polterabends.
„Böse
Geister scheuen das Licht“ - verrät auch Friedrich Schiller im Zuge der
Wirrungen von „Kabale und Liebe“. Und den Lärm scheuen sie, einem alten
Aberglauben zu Folge, wohl ebenso.
Ein
Eheleben ohne alte Dämonen, aber mit neuem Porzellan:
Am Polterabend soll durch das lautstarke Produzieren möglichst vieler
Glück bringender Scherben alles Böse von den Brautleuten und der neuen Ehe
ferngehalten werden. Die bösen Geister haben gar keine andere Wahl, als
das Hochzeitshaus auf Grund der immensen Lärmbelästigung fluchtartig zu
verlassen.
Traditionell versucht das Brautpaar mit Unterstützung von Verwandtschaft
und Freunden die böswilligen Seelen erst am Abend vor der Hochzeit in die
Flucht zu schlagen - und alle zerschlagen dabei jede Menge Porzellan.
Gepoltert, also Lärm erzeugt werden, darf nur mit Hilfe von Steingut- und
Porzellanwaren; Gläser und Spiegel sind tabu. Mit dem Glas bricht das
Glück, wie jedem bekannt ist, und Spiegelscherben sollen als Draufgabe
auch noch für sieben Jahre Unglück sorgen.
Wer also
nicht schon aus Prinzip nie heiraten möchte, ist gut beraten, schon in der
Jugend mit dem Sammeln angeschlagener Teller, Tassen, Terrinen und
Blumentöpfen zu beginnen.
Eventuell
können die Gäste des Brautpaares außer guter Laune auch etwas von ihrem
alten Hausrat zur Feier beitragen. Ohnehin ist für einen Polterabend nur
gut gerüstet, wer gern ältere Dinge aufhebt. Nicht nur die Scherben müssen
im Anschluss an die lustige, lautstarke Zerstörungsaktion vom Brautpaar
gemeinsam aufgehoben werden.
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